Dünger – Tipps & Know-How

Es gibt buchstäblich Tausende verschieden zusammengesetzte Dünger. Dass dadurch vielen Hobbygärtnern die Auswahl des richtigen Düngers enorm erschwert wird, liegt auf der Hand.

Dieser Artikel bringt in verständlicher Form das wichtigste Wissen für Hobbygärtner.

Was ist ein Volldünger?

Ein Volldünger ist ein Dünger, der alle Hauptnährstoffe der Pflanze enthält. Das sind Stickstoff (N), Phosphor(P) und Kalium (K), Magnesium (Mg), Calcium (Ca) und Schwefel (S). Außerdem entält ein Volldünger alle weiteren, lebenswichtigen Stoffe, die sogenannten Spurenelemente. Oft spricht man statt von einem Volldünger auch von einem NPK-Dünger.

Was bedeuten die Zahlenangaben bei Volldüngern?

Ich nehme als Beispiel einen Volldünger mit der Formulierung NPK 10 – 20 – 30 (+3). 10, 20, 30 und 3 sind Angaben in Prozent. Dieser Dünger enthält demnach 10% N (Stickstoff), 20% P (Phosphor) und 30% K (Kalium). Die Zahl in Klammern, (+ 3), gibt den Magnesiumgehalt an (3%). Wenn man all diese Angaben zusammenzählt, ergibt sich bei diesem Dünger ein hoher Nährstoffgehalt von 63% bezogen auf die gekaufte Düngermenge.

Welche Bedeutung haben die Bestandteile des Volldüngers für die Pflanzen?

N (Stickstoff)

  • Wichtig für Blatt- und Sprosswachstum

P (Phosphor)

  • Fördert entscheidend die Wurzelbildung und das Wurzelwachstum
  • Grundvoraussetzung für hohe Ernteerträge bei Tomaten und Paprika
  • Ausschlaggebend für die Bildung kräftiger, gesunder Blüten
  • Fruchtansatz wird beschleunigt

K (Kalium)

  • Entscheidend für kräftigen Wuchs und Pflanzengesundheit
  • Ausschlaggebend für volles Aroma der Früchte

Mg (Magnesium)

  • Unverzichtbar für die Bildung des grünen Blattfarbstoffes
  • Mitentscheidend für einen hohen Ernteertrag

Ca (Calcium, Kalk)

  • Fördert kräftig wachsende Pflanzen
  • Trägt zur Gesundheit der Früchte bei
  • Kann die Blütenendfäule bei Tomaten und Paprika verhindern

S (Schwefel)

  • Fördert die Wirkung von Stickstoff

Welcher Dünger ist besonders für Tomaten und Paprika geeignet?

Entgegen der weit verbreiteten Meinung brauchen Tomaten und Paprika nur wenig Stickstoff. Eine starke Düngung mit Stickstoff führt bei Tomaten und Paprika zu einer deutlich geringeren Blütenbildung und damit zu einem geringeren Ernteertrag. Außerdem verdrängt ein Übermaß an Stickstoff den für die gesunde Fruchtbildung wichtigen Kalk (Ca) im Boden. Die Folge ist, dass die Früchte häufig an Blütenendfäule erkranken.

In unserem Anbau von Tomaten und Paprika hat sich deshalb ein Volldünger mit NPK 6 – 20 – 30 (+ 2) hervorragend bewährt. Die Pflanzen setzen wegen des hohen Phosphatgehaltes überreich gesunde, starke Blüten an und sie fruchten schnell. Und wegen des hohen Kaliumgehaltes im Dünger schmecken die Früchte besonders aromatisch. Der Stickstoffgehalt ist aber gering und sorgt für gesunde Früchte.

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Welcher Dünger ist besonders für Blatt- und Kohlgemüse geeignet?

Im Gegensatz zu Tomaten und Paprika brauchen Blatt- und Kohlgemüse viel Stickstoff! Daher benötigen Blatt- und Kohlgemüse auch einen stickstoffbetonten Dünger! Zusätzlich kann man alle 2 Wochen etwas stickstoffhaltiges Hornmehl zwischen die wachsenden Kohlpflanzen und Salatköpfe streuen und mit einer Gartenhacke leicht in den Boden einarbeiten.

Tipp: Geben Sie dem Kohl und Salat Hornmehl und nicht Hornspäne. Das feine Hornmehl gibt den enthaltenen Stickstoff schneller an die Pflanzen ab als die groben Hornspäne.

Links zu 2 stickstoffbetonten Gemüsedüngern:

Link zu Hornmehl:

Link zu Gartenhacke mit Zinken:

In welchen Intervallen düngen?

Neben der Verwendung eines geeigneten Düngers ist es wichtig, die Pflanzen möglichst gleichmäßig mit Dünger zu versorgen. Daher ist es sinnvoll, wöchentlich zu düngen. Natürlich wird dabei dann nur die Hälfte des Düngers zu geben, die man sonst beim Düngen in zweiwöchigem Rhythmus gegeben hätte.